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Ein Trost für Argyris

04.05.2022

Auszeichnung nach 78 Jahren

Deutschland hat sich nach 78 Jahren entschieden, ein Bundesverdienstkreuz an den gebürtigen Griechen Argyris Sfountouris zu verleihen, auch als späte Entschuldigung für das, was er als Kind erleben musste und für sein Werk und Engagement. Argyris Sfountouris überlebte als knapp Vierjähriger das berüchtigte Massaker von Distomo am 10. Juni 1944. Seine weitere Kindheit und Jugend verbrachte der Vollwaise im Pestalozzi-Kinderdorf in Trogen. Dort machte er das Abitur und studierte an der ETH in Zürich Mathematik und Physik und wurde Lehrer. Seit der Obristendiktatur in Griechenland, die er von Zürich aus mit unterschiedlichen Aktivitäten und prominenten Unterstützern bekämpfte, gilt er als Mittler zwischen griechischer und deutschsprachiger Kultur, insbesondere durch seine Übersetzungen der verbotenen Werke – vorzugsweise Lyrik – der damals in Griechenland inhaftierten Künstler. Stefan Haupt hat Argyris Sfountouris vor Jahren einen ungemein einfühlsamen und berührenden Film gewidmet: «Ein Lied für Argyris», zu schauen auf filmingo.ch Angesichts der aktuellen Schandtaten durch die russische Armee ist dieser Film aktueller denn je, führt Haupt uns doch vor Augen, was wir uns nicht vorstellen können und wollen.