Über trigon-film

Weltkino vom Feinsten. trigon-film ist eine Schweizer Filmstiftung, die seit 1988 sorgfältig ausgewählte Filme aus Lateinamerika, Asien, Afrika und dem östlichen Europa im Kino herausbringt und eine eigene DVD-Edition sowie eine Video-on-Demand Plattform betreibt.

 
 

Die ganze Welt macht Kino. trigon-film hat es sich zur Aufgabe gemacht, herausragende Filme aus Afrika, Asien, Lateinamerika und dem östlichen Europa bei uns ins Kino zu bringen, in Originalsprache und mit deutschen, französischen und teils auch italienischen Untertiteln. Damit die Filme langfristig verfügbar bleiben, gibt die Stiftung sie in ihrer DVD-Edition heraus und präsentiert sie auf der VoD-Plattform. So bleiben die Filme auch nach der Kinoauswertung sichtbar. Im Sinne der Kulturenvermittlung ist es uns ein Anliegen, andere Realitäten sichtbar zu machen und damit auch das respektvolle Zusammenleben verschiedener Kulturen zu unterstützen. Gleichzeitig fördert trigon-film Filmschaffende in ihren jeweiligen Ländern.

Das Team

  • Walter Ruggle
    Leitung, Filmauswahl
  • Brigitte Siegrist
    Orientation, Sprachen
  • Suzanne Widmer
    Filmshop
  • Florence Michel
    Agentur Suisse Romande
  • Margaret Viermann
    Backoffice
  • Martin Aeschbach
    Booking Kinos, Promotion
  • Meret Ruggle
    Öffentlichkeitsarbeit, VoD
  • Claudia Keller
    Versand, Lager
  • Hugo Köpfli
    Buchhaltung
  • Christine Brönnimann
    Booking Kinos, Promotion

Das Magazin

In Deutsch und Französisch gibt trigon-film das Magazin TRIGON heraus zur Begleitung der aktuellen Filme mit Texten, Interviews und Hinweisen zu Neuerscheinungen auf DVD und VoD. Das Magazin liegt in Spielstellen unserer Filme auf, wird Mitgliedern des Fördervereins kostenlos zugestellt und kann auch gegen einen kleinen Unkostenbeitrag abonniert werden.

Frühere Ausgaben

    Förderverein

    Eine der wichtigsten Stützen von trigon-film ist der Förderverein. Er trägt seit 1986 massgeblich dazu bei, dass in den Schweizer Kinos auch wertvolle Filme abseits des Mainstreams zu sehen sind. Mit Ihrer Mitgliedschaft unterstützen Sie die Arbeit von trigon-film und fördern damit das Filmschaffen im Süden und Osten sowie die Vielfalt der Kulturen bei uns im Kino.

    Die Stiftung

    1988 vom Förderverein gegründet, bezweckt die Stiftung trigon-film, die Kenntnisse des Filmschaffens aus Afrika, Asien, Lateinamerika und dem östlichen Europa zu fördern. Die Stiftung kann auch Filme anderer Herkunft berücksichtigen, wenn sie dies kulturell und entwicklungspolitisch für wichtig hält. Sie erfüllt diese Aufgaben insbesondere durch Beschaffung, Verbreitung und Promotion sowie durch Archivierung von Filmen. Die Stiftung kann auch andere Aktivitäten fördern oder selbst erbringen, die im Interesse audiovisueller Werke aus den genannten Gebieten oder deren Kulturen im Allgemeinen sind.

    Die Stiftung trigon-film wurde im Dezember 2018 als erste soziokulturelle Institution mit dem ZEWO-Gütesiegel ausgezeichnet. Das Zewo-Zertifikat wird an vertrauenswürdige Organisationen vergeben und garantiert einen zweckbestimmten, wirtschaftlichen und wirksamen Einsatz der anvertrauten Spenden.

    Leinwand-Fenster zur Welt

    1986 wurde in der Schweiz ein Verein gegründet, der sich zum Ziel setzte, herausragende Filme aus Afrika, Asien und Lateinamerika in die Kinos zu bringen. Initiant war der Basler Filmkritiker Bruno Jaeggi, der als Journalist an den Festivals wunderbare Filme zu sehen bekam, die in seiner Heimat nie in die Kinos gelangten. Erst Ende der 1980er Jahre wurde überhaupt einmal ein afrikanischer Film vertrieben, Filme aus Lateinamerika waren in den gewöhnlichen Kinoprogrammen so gut wie nicht vertreten, und aus Asien schafften es einzelne Filme von Akira Kurosawa oder mit Bruce Lee. Der Anspruch des kleinen Vereins war es, Strukturen auf die Beine zu stellen, die für etwas Ausgleich sorgen könnten und für andere Blickwinkel aus der Welt.

    1988 gründete der Förderverein trigon-film, der weiterhin existiert und allen Filmliebhabenden offensteht, eine Stiftung mit dem Namen trigon-film. Sie nahm sich vor, «langlebige Grundlagen zum Kulturaustausch im Kinobereich zu schaffen.» Jaeggi beschrieb die Situation der völlig unzureichenden Vermittlung anlässlich eines Mediengesprächs in Basel und meinte, gerade der Film sei doch eine der authentischsten Ausdrucksformen: «Der Film ist so zu sehen und zu hören, wie er beispielsweise von Schwarzafrikanern in ihrer Heimat und in ihrer Sprache gemacht worden ist.»

    1989 startete die Stiftung trigon-film mit der Lancierung des ersten Filmes aus dem neuen Verleih. «Zan Boko» von Gaston Kaboré aus Burkina Faso kam die Ehre zu, neue Bilder in die nordwestlich dominierte Kinowelt zu bringen. In der Folge wurde eine lange Reihe von Filmen ausgesucht, ausgestattet und herausgebracht, begleitet von sorgfältig erstellten Publikationen und umfangreichen Dokumentationen. trigon-film hat von Anfang an den Anspruch gehabt, die Filme nicht nur in die Kinos zu bringen; man will sie auch begleiten und vertiefen. RegisseurInnen werden zu Gesprächen und an Veranstaltungen eingeladen. Und schon im ersten Jahr feierte trigon-film einen überwältigenden Erfolg: Vom Festival in Cannes hatte der Verleih eine dort vollkommen untergegangene Perle nach Hause gebracht, am Festival von Locarno nahm sie David Streiff in den Wettbewerb auf, und die internationale Jury zeichnete sie mit dem Goldenen Leoparden aus. Es war dies der koreanische Spielfilm «Warum Bodhi Dharma in den Orient aufbrach» von Bae Yong-kyun. In der Folge wurde das meditative Meisterwerk zu einem Grosserfolg an der Kinokasse und zu einem ersten Film aus der Kollektion trigon-film, der über 100'000 ZuschauerInnen begeistern konnte. Wie häufig in den darauf folgenden Jahren, trug der Erfolg eines trigon-film-Titels in der Schweiz dazu bei, dass sich auch Verleiher in anderen Ländern für eine Lancierung in den Kinos entschieden und die Schweizer Stiftung also ihre Türöffnerfunktion auch international wahrnehmen konnte. Auch im eigenen Land begannen sich einzelne Verleiher fürs Kino aus Süd und Ost zu interessieren.

    In den 1990er Jahren etablierte sich trigon-film als Verleih, wobei man dauernd mit Geldschwierigkeiten zu kämpfen hatte und immer wieder am Rand des Abgrunds stand. Unermüdlich brachte die trigon-film-Equipe neue Filme heraus, liess das Schweizer Publikum Filmschaffende wie Fernando Solanas aus Argentinien, Chen Kaige aus China, Abbas Kiarostami aus dem Iran, Hirokazu Kore-eda aus Japan, Shaji Karun aus Indien, Nacer Khemir aus Tunesien, Raoul Peck aus Haiti oder Flora Gomes von den Kapverden entdecken. Man organisierte Konzerte mit Nusrat Fateh Ali Khan, veranstaltete Podien zur Vermittlung der Filmkulturen und Ausstellungen mit den Porträts von Filmschaffenden, die der Fotograf Hugo Jaeggi über die Jahre hinweg aufgenommen hatte. trigon-film begann, auch in Österreich einzelne Filme zu zeigen. Das Ansehen war gross, die Kasse leer – ein Phänomen, das die Stiftung trigon-film mit anderen Institutionen teilt, die sich kulturell engagieren und dabei auf Qualität achten und diese sorgsam pflegen. Anfangs 1999 trat der Gründer zurück. Die Stilllegung der Stiftung mit ihren rund 80 Filmen wurde in Erwägung gezogen, bevor man sich fürs Durchstarten entschied.

    Walter Ruggle, seit 1984 Kulturredaktor beim Tages-Anzeiger in Zürich, wurde mit der Aufgabe betraut, den Filmverleih wieder «in ruhigere Gewässer zu bringen», wie der damalige Stiftungspräsident Urs Reinhard es formulierte. «La vida es silbar» vom Kubaner Fernando Pérez war der erste Titel, der unter dem neuen Verantwortlichen herauskam, und die Erfolgsgeschichte vom Anfang wiederholte sich: «La vida es silbar» wurde zum meistgesehenen Titel in den ersten zwanzig Jahren von trigon-film. Die Stiftung war fürs Erste gerettet. Das Leben, ein Pfeifen – die Arbeit begann nun erst recht und mit neuem Selbstbewusstsein und Vertrauen. «Wir wollen mit unseren wunderbaren Filmen nicht ablenken, wir möchten hinlenken», lautet ein Leitgedanke des heutigen Teams.

    Wenn es Typisches gibt, für was das Label trigon-film steht, dann der Anspruch an die Qualität eines Filmes, egal woher er kommt, die Idee, authentisches Filmschaffen zu vermitteln, andere Formen, andere Inhalte auch, kritische Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Prozessen mitunter genauso wie philosophische Ansätze. Und ganz grundsätzlich einfach die Vielfalt und den kulturellen Reichtum dieses Planeten sichtbar machen und damit fördern. Im Kino dominiert der finanzielle Reichtum, da ist es wichtig, dass auch noch anderes zu sehen ist, wenn man davon ausgeht, dass Film ein Kulturgut ist und eine Kunstform.

    2008 feierte die Stiftung trigon-film die ersten 20 Jahre ihrer Existenz, unter anderem mit einem Programm von 25 Filmen, einer neuen Stummfilmvertonung und einer Theaterproduktion aus Indonesien. trigon-film ist nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit anerkannt für ihr Engagement in Sachen Kulturen-Vermittlung. Im Lauf der letzten Jahre hat sich der Verleih in einen Filmverlag gewandelt, der unter anderem eine Edition von DVDs herausgibt, die bereits weit über einhundert Werke aus Süd und Ost umfasst, wenn immer möglich mit Bonus oder Begleitpublikation zur Vertiefung des Filmerlebnisses.

    Neben neuen Filmen werden auch laufend Klassiker der drei Kontinente ausgesucht und ausgestattet. Eine eigentliche Kinemathek des Südens und des Ostens. Die Filme werden sorgsam übersetzt, da auf Authentizität auch in der sprachlichen Wiedergabe grosser Wert gelegt wird. Wichtig ist dem trigon-film-Team die Vermittlung von Filmkulturen und über sie die Begegnung mit anderen Kulturen, Lebensformen, Lebensentwürfen, Philosophien und Wirklichkeiten. Begleitend erscheint ein eigenes Magazin, das die Filme vertieft und einbettet. Für Schulen werden pädagogisch erarbeitete Unterlagen zusammengestellt und kostenlos verfügbar gemacht, Festivals aus aller Welt greifen heute auf das Wissen und den Fundus der Institution zurück. Im Internet bietet trigon-film eine grosse Datenbasis über die eigenen Filme an, ergänzt durch weiter gehende Informationen und Aktualitäten zum Filmschaffen in Süd und Ost. trigon-film darf mit guten Gründen als Unterzeile in der Eigenwerbung sagen, dass es die erste Adresse sei für Filme aus Süd und Ost. Zum 20-Jahre-Jubiläum erschien auch ein Buch, das anhand von ausgewählten Beispielen aus Süd und Ost einen Einblick gibt in die Arbeit der Stiftung und in den filmischen Reichtum, der in der Schweiz, in Österreich und teilweise auch in Deutschland zu sehen ist.

    Die Entdeckungsfreude ging weiter. 2016 blickte der Förderverein als Gründer der Stiftung auf dreissig Jahre Tätigkeit zurück mit einer schönen, reich illustrierten Publikation, die in Zitaten das Filmschaffen in aller Welt würdigte. 2018 konnten 30 Jahre Stiftung und damit 30 Jahre Engagement für kulturelle Vermittlung gefeiert werden mit Werkschauen an diversen Orten – etwa in Basel unter dem schönen Titel «Reisen ohne Koffer packen». Das Angebot, das Kinos, Spielstellen, Bibliotheken und Privaten in der Schweiz zur Verfügung steht, umfasst inzwischen weit über 600 Filme aus 99 Ländern. Die DVD-Blu-ray-Edition ist auf bald 400 Titel angewachsen. Sie bleibt ein zentrales Element der Vermittlung anderer Film-Kulturen, weil sie privat wie auch in Schulen und Bibliotheken genutzt werden kann und an Orten, an denen es kein Kino gibt. Kulturvereinigungen, Interessengemeinschaften, Jugend- und Dorftreffs oder kleine Openairs greifen gerne auf Filme unserer Kollektion zurück, weil wir sie auch in Formaten verfügbar halten, die ausserhalb von Kinos gespielt werden können.

    Weiterhin wurden zahlreiche ältere Titel digitalisiert, damit sie auch in Zukunft gezeigt werden können. Seit 2012 aufgebaut und 2019 zu filmingo.ch ausgebaut hat trigon-film das eigene VoD-Angebot, das es unter anderem auch Leuten ohne einfachen Zugang zu Kinos möglich macht, ausgewählte Filme bequem online anzuschauen, sei es auf dem Tablet, am Computer, über Fernseher oder einen Beamer. Die Stiftung trigon-film steht weiterhin ein für kulturelle Vielfalt. Verbunden mit dem Versuch, so etwas wie Fairtrade im kulturellen Bereich anzustreben, denn gesehene Filme stärken nicht nur das Bewusstsein des Publikums, sie tragen auch dazu bei, dass neue Filme in Süd und Ost entstehen können.

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    Der Stiftungsrat

    Präsident

    Martin Fässler, Zürich

    Mitglieder

    Sylvia Egli von Matt, Luzern
    Martial Knaebel, Fribourg
    Maud Krafft, Lausanne
    Ruedi Küng, Zürich
    Pierre-Alain Meier, Undervelier
    Barbara Schneider, Basel
    David Streiff, Aathal
    Hans Zbinden, Baden

    Direktor der Stiftung

    Walter Ruggle