In seinem Erstling erzählt der ukrainische Filmemacher Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk die Geschichte eines Vaters, der dafür kämpft, dass sein Sohn andere Wege einschlägt als er selbst. Eindrücklich verbinden sich volkstümliche Traditionen und Genres. Die Figur gerät zum mythischen Helden des ukrainischen Westens, der sich gegen Korruption und Ignoranz engagiert.

Leonid ist ein Raufbold. Alle nennen ihn Pamfir (Stein), weil er ein Koloss ist. Aber er ist auch ein liebevoller Ehemann und Vater. Ins Ausland ging er zum Arbeiten. Nun kehrt er zu Frau und Sohn in die ukrainische Heimat an der Grenze zu Rumänien zurück. Leonid hat geschworen, nicht mehr zu schmuggeln, was in dieser Region, die von einem Potentaten namens Orestes beherrscht wird, Tradition hat. Während jeder seine Maske für die Feierlichkeiten zum Winterkarneval Malanka vorbereitet, wird Pamfir von Schulden eingeholt und entscheidet sich widerwillig dafür, eine letzte illegale Fracht zu transportieren.

In Cannes uraufgeführt, ist Pamfir ein beeindruckender Erstling. In der Oblast Tscherniwzi in den Karpaten, der Region, in der die Handlung angesiedelt ist, durchdringen sich heidnische Riten und der Glaube an die christliche Dreifaltigkeit. Pamfirs Leben war ein wechselvollen, das ihn auch misstrauisch werden liess gegenüber Gott. Dmytro Sukholytkyy-Sobchuks auf Bewegung setzende Inszenierung und seine virtuosen Fähigkeit, die Körper bis hin in allen Facetten und Schattierungen der Existenz zu choreographieren, verleiht seinem Film einen erstaunlichen Atem und löst intensive Gefühle aus, die durch farblich akzentuierte Fotografie noch verstärkt werden. Der ukrainische Filmemacher geht weit über den Genrefilm hinaus, zu dem Zuneigung und Kenntnis unübersehbar sind. Er lässt die Genres aber bewusst verschwimmen und seinen geradezu mysthischen Helden gegen alles kämpfen, wie ein Bär, der in einem wilden Wald gejagt wird. Packend.

Originaltitel Pamfir
Deutscher Titel Pamfir
Französischer Titel Pamfir
Andere Titel Pamfir
RegisseurIn Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk
Land Ukraine
Kinoformate
Drehbuch Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk
Montage Nikodem Chabior
Musik «Laetitia Pansanel-Garric»
Kamera Nikita Kuzmenko
Ton Serhiy Stepanskyy
Ausstattung Ivan Mikhailov
Produktion Aleksandra Kostina
Länge 102 Min.
Sprache Ukrainisch/d/f
SchauspielerInnen
Oleksandr Yatsentyuk Pamfir
Stanislav Potyak Nazar
Solomiya Kyrylova Olena
Olena Khokhlatkina Mutter/Mère
Myroslav Makoviychuk Vater/Père
Ivan Sharan Bruder
Auszeichnungen

Cannes Film Festival 2022
Quinzaine des réalisateurs

European Film Awards
Nominee European Film Award

Ukrainian Film Critics Awards
Discovery of the Year
Best Director
Best Actor
Best Screenplay
Best Feature Film

Viennale
Reader Jury of the "Standard": Best Film

Dunav Film Fest
Best Script

Koronatsiya slova (Coronation of the Word)
Best Screenplay

Molodist International Film Festival
Special Jury Diploma

Palic Film Festival
Best Director
Special Mention Best Film

Philadelphia Film Festival
Special Mention Best Cinematography

Raindance Film Festival
Best Cinematography

Santiago International Film Festival
Best Actor

Strasbourg European Fantastic Film Festival

Odesa International Film Festival

Hamburg Film Festival

Athens International Film Festival

São Paulo International Film Festival

Transilvania International Film Festival

Valladolid International Film Festival

Warsaw International Film Festival

«Aus den Ruinen der Ukraine und der Erwartung, dass alle Filme, die dort gedreht werden, sich nun irgendwie mit dem Konflikt befassen müssen, leuchtet mit Dmytro Sukholytkyy-Sobchuk das strahlendste aller Filmtalente hervor.» Screen International

«Un drame viruose, à la croisée du mythe et du polar.» Télérama

«Pamfir verbindet märchenhafte Mystik mit schnörkelloser Erzähltradition.» Critic

«Une fête du cinéma.» Politis

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  • Deutschschweiz: ab 9. Februar