Regisseur/in

Alain Tanner

2 Filme im Verleih

Der erste Spielfilm des 1920 geborenen Genfers Alain Tanner hiess «Charles mort ou vif» und war ein Kind von 68. In Locarno holte sich Alain Tanner, der in London seine Filmstudien absolviert hatte, damit auf Anhieb den Hauptpreis. Später hat die Schlüsselfigur des Neuen Schweizer Films festgestellt, dass die Erzählung und die Form eines Filmes stark davon abhängen, wo und wann er entstanden ist und unter welchen Umständen. Man kann die Filme Alain Tanners ganz ausgeprägt als Spiegelungen eines Landes betrachten, dem viel von seiner Sensibilität abhanden gekommen ist. Sie bergen kostbare Bodenproben dessen, was die Schweiz ausmacht. Tanner war sich der Grenzen des Filmens auch filmend immer bewusst und hat dies mit thematisiert: «Selbst wenn du im Innern meines Bauches filmst, kannst Du nicht sehen, wer ich bin», sagt die Serviertochter in «Le Milieu du monde». Der Genfer liebt es, die Kamera über seine Figuren streichen zu lassen, die, würde man sie in einem Raum zusammenführen, eine grosse Familie bildeten. Mehrmals registrierte er mit seismographischem Gespür leiseste Erschütterungen, etwa in «La salamandre», wo eine junge Frau die Befreiung sucht, in «Messidor», dem Ausbruch zweier junger Frauen, die die bewegten Frühachziger vorwegnahmen. Sein «Jonas» beschrieb nicht nur die Hoffnungen einer Generation, er stiess auch an ihre Grenzen vor. Gesucht hat Tanner immer. Seine Erzählweise selbst ist eine suchende. Und zur Suche gehört, dass sie nicht immer ans Ziel führen kann.

BONUS: Entretien avec Alain Tanner, Locarno Film Festival

Filmographie

1957 Picadilly la nuit
1961 Ramuz, passage d'un poète
1962 L'école (short film)
1964 Les apprentis
1966 Une ville à Chandigarh
1968 Docteur B., médecin de campagne / Charles, mort ou vif
1971 La salamandre
1973 Le retour d'Afrique
1974 Le milieu du monde
1976 Jonas, qui aura vingt-cinq ans en l'an 2000
1977 Temps mort
1978 Messidor
1981 Light Years Away
1983 Dans la ville blanche
1985 No Man's Land
1986 Une flamme dans mon cœur
1987 La vallée fantôme
1989 La femme de Rose Hill
1991 L'homme qui a perdu son ombre
1992 Le journal de Lady M. (all fiction)
1994 Les hommes du port (documentary)
1995 Fourbi
1997 Requiem
1999 Jonas et Lila, à demain
2002 Fleurs de sang (co-director)
2004 Paul s'en va (all fiction)

Les hommes du port (Flyer)

Les hommes du port (1994)

Es ist, als würden sie ein Orchester dirigieren, die Hände der Docker von Genua. Dabei dirigieren sie den Kranführer, der die schweren Container aus- und einlädt. Im Alter von 17 Jahren war der Genfer Filmemacher Alain Tanner auf der Flucht vor der Sesshaftigkeit nach Genua gereist und hatte für eine Reederei gearbeitet. In seinem traumhaft sanften Essay kehrte er vierzig Jahre später zurück und dachte über beobachtete Veränderungen im Arbeitsleben und beim Filmen nach. Weiter

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Une ville à Chandigarh - Le Corbusier (Flyer)

Une ville à Chandigarh - Le Corbusier (1965)

Nachdem ein Teil der Provinz Pandschab 1947 dem neugeschaffenen Staat Pakistan zugeschlagen worden war, begann Albert Mayer mit der Planung einer neuen Hauptstadt für den bei Indien verbliebenen Teil. Ab 1950 war Le Corbusier für die Gesamtplanung und insbesondere für die repräsentativen Großbauten des Regierungsviertels verantwortlich. Ein Jahr nach dessen Tod drehte Alain Tanner seinen Film. Zu diesem Zeitpunkt war manches noch im Bau oder erst in Planung, doch lebten bereits 120'000 Einwohner in der neuen Metropole. Weiter

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