Regisseur/in

Gaston Kaboré

2 Filme im Verleih

Gaston Jean-Marie Kaboré wurde 1951 in Bobo-Dioulasso (Burkina Faso) geboren und wuchs in der Hauptstadt Ouagadougou auf. Er studierte Geschichte an der Sorbonne, bevor er die Ecole Supérieure d'Etudes Cinématographiques absolvierte. Nach «Xala» (1975) des senegalesischen Regisseurs Ousmane Sembène begriff er zum ersten Mal den Film als Mittel, um die afrikanische Kultur abzubilden. Ende der 1970er-Jahre realisierte er einige dokumentarische Kurzfilme und war gleichzeitig als Lehrer am Institut Africain d’Éducation Cinématographique und als Direktor des Centre National du Cinéma de Burkina Faso tätig. 1982 konnte Kaboré seinen ersten Spielfilm «Wend Kuuni – Das Geschenk Gottes» realisieren, den ersten Langspielfilm überhaupt, der in Burkina Faso gedreht wurde. Der Film gilt als beispielhaft dafür, die mündliche Tradition von Burkina Faso auf die Leinwand zu bannen. Kaborés Debütfilm folgten «Zan Boko» (1988), der in den 1980er-Jahren spielt und mit komödiantischen Elementen von Dorfbewohnenden erzählt, deren Frieden durch den Zuzug von Städtern gestört wird. Im Mittelpunkt von «Rabi» (1992), einer in unbestimmter präkolonialer Zeit angesiedelten Parabel, steht ein Junge, der so fasziniert von einer Schildkröte ist, dass er darüber seine familiären Pflichten vergisst. Nach weiteren Dokumentar- und Spielfilmen entstand 1997 der im Breitwandformat gedrehte «Buud Yam», eine Fortsetzung der Lebensgeschichte von Wênd Kûuni. Darin begibt sich der inzwischen zum jungen Mann Herangewachsene mit dem Pferd auf eine weite Reise, die auch zu seiner Ursprungsfamilie zurückführt, um mit Hilfe eines Heilers seine erkrankte Stiefschwester Pognérè zu retten. Am Ende ist er endgültig mit sich und seinem Schicksal als Waisenkind versöhnt. Gaston Kaboré ist weiterhin in Sachen Film aktiv, insbesondere in der Lehrtätigkeit, hat aber nach «Buud Yam» keinen weiteren Spielfilm gedreht. «Zan Boko» war der erste Film, den trigon-film 1988 herausgebracht hatte.



Filmographie

1997 Buud Yam
1995 Lumière et compagnie
1993 Rabi
1988 Zan Boko
1982 Wend Kuuni (Gottes Geschenk)
1980 Utilisation des énergies nouvelles en milieu rural
1979 Regard sur le 6ème Fespaco
1978 Stockez et conservez les grains
1977 Je reviens de Bokin

Zan Boko (Flyer)

Zan Boko (1988)

Der erste Film, den trigon-film herausbrachte. Ein Moment, das mir von vielen aus dem neuen Spielfilm von Gaston Kabore aus Burkina Faso in Erinnerung bleiben wird, veranschaulicht die Wertverschiebung, die der Film unter anderem reflektiert: Ein Bauernkind möchte dem Sohn seiner neuen, städtischen Nachbarn ein selbstgebasteltes Spielzeug schenken, nachdem dieser ihn gefragt hat, ob er es ihm abkaufen könne. Geschenkt kriegen will er es nicht. Der Junge hat kein Interesse an etwas, was nicht gekauft werden kann; es ist für ihn wertlos. Weiter

Wênd Kûuni (Flyer)

Wênd Kûuni (1982)

Ein Reisender entdeckt einen stummen Knaben im Busch. Er führt ihn ins nächste Dorf, wo er ihn einem Weber übergibt, der eine Tochter in etwa gleichem Alter namens Pognéré hat. Man gibt dem Knaben den Namen Wend Kuuni, was Gottesgabe bedeutet. Durch einen Schock findet Wend Kuuni seine Sprache wieder. Er hat eine ebenso erstaunliche wie exemplarische Geschichte zu erzählen? Weiter

Im Kino:

  • Zürich, Filmpodium: 16. und 25. Januar