Le challat de Tunis

Tunesien, vor der Jasminrevolution. 2003 soll in Tunis ein Unhold auf einem Motorrad unter-wegs gewesen sein, der es mit einem Rasier-messer auf die Hintern von Frauen abgesehen hatte. Zehn Jahre später macht sich Regisseurin Kaouther Ben Hania daran, «Die Klinge von Tunis» aufzuspüren. Je länger ihre Recherche dauert, desto zwielichtiger schillert die Wahrheit darin: eine Enquête, ein Metafilm oder alles ein grosser Jux?

Man hört bald auf, sich Fragen zu stellen, denn die Interview- und Actionszenen in den Quartieren von Tunis jagen sich förmlich und widerlegen laufend das eben Gehörte oder Gesehene, so dass man bald mehr die meisterliche Jongliernummer der jungen Regisseurin bestaunt, als versucht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Auch das Interesse herauszufinden, welche Figur nun real oder erfunden ist, lässt nach, denn am Ende spielen sie alle ihre Rolle in diesem Film, sei diese nun von der Gesellschaft auferlegt oder von der Regisseurin zugesprochen. Die Menschen überraschen immer wieder von neuem mit ihrem Schwung, salopper Beredsamkeit und der Fähigkeit zur Selbstironie: Die Männer finden ihren ganz eigenen Dreh, sich über ihren Machismo lustig zu machen.Dokument oder Fiktion? Eine Mischung von beidem und eine vergnügliche Irritation, so viel ist gewiss. Erst im Abspann kann man feine Unterschiede ausmachen. Und Eines ist so oder so wahr: Das Abtauchen in die Realität der tunesischen Gesellschaft nach der Jasmin-Revolution zeigt, dass diese längst nicht alle Probleme gelöst hat.

Festivals & Auszeichnungen

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Festival international du film d'Antalya 2014
Festival International du Film Francophone de Tübingen

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Credits

Originaltitel
Le challat de Tunis
Titel
Le challat de Tunis
Regie
Kaouther Ben Hania
Land
Tunesien
Jahr
2014
Drehbuch
Kaouther Ben Hania
Montage
Nadia Ben Rachid
Musik
Si Lemhaf, Benjamin Violet
Kamera
Sofian El Fani
Ton
Moez Cheikh
Produktion
Habib Attia
Formate
Blu-ray, DCP
L├Ąnge
90 Min.
Sprache
Arabisch/d/f
Schauspieler:innen
Mohamed Slim Bouchiha (Marwan Clash), Jallel Dridi (Jallel), Moufida Dridi (Jallels Mutter - la m├Ęre), Narim├Ęne Saidane (Verlobte - fianc├ęe)

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Pressestimmen

«Légende urbaine ou pas, l'histoire révélerait en effet en profondeur une société où la cause des femmes est encore aujourd'hui un enjeu majeur.» Le Temps

«Mit „Le Chal­lat de Tunis“ hat Kaou­ther Ben Hania einen Film geschaf­fen, der beim Zuschauer immer wie­der die Frage auf­wirft, ob es sich hier um Rea­li­tät oder Schau­spiel han­delt. Hat die Stu­den­tin tat­säch­lich den „Jack the Rip­per“ von Tunis aufgespürt?» Filmtage Tübingen

«Man hört bald auf, sich Fragen zu stellen, denn die Interview- und Actionszenen in den Quartieren von Tunis jagen sich förmlich und widerlegen laufend das eben Gehörte oder Gesehene, so dass man bald mehr die meisterliche Jongliernummer der jungen Regisseurin bestaunt, als versucht, der 7 Wahrheit auf die Spur zu kommen. Auch das Interesse herauszufinden, welche Figur nun real oder erfunden ist, lässt nach, denn am Ende spielen sie alle ihre Rolle in diesem Film, sei diese nun von der Gesellschaft auferlegt oder von der Regisseurin zugesprochen. Die Menschen überraschen immer wieder von neuem mit ihrem Schwung, salopper Beredsamkeit und der Fähigkeit zur Selbstironie: Die Männer finden ihren ganz eigenen Dreh, sich über ihren Machismo lustig zu machen. Dokument oder Fiktion? Eine Mischung von beidem und eine vergnügliche Irritation, so viel ist gewiss. Erst im Abspann kann man feine Unterschiede ausmachen. Und Eines ist so oder so wahr: Das Abtauchen in die Realität der tunesischen Gesellschaft nach der Jasmin-Revolution zeigt, dass diese längst nicht alle Probleme gelöst hat.» trigon-Magazin

«Die meist nur mühsam unterdrückte Wut, die das Thema auslöst, ist so stark, dass man schnell vergisst, nur ein Doku-Fake vor sich zu haben. Die Lust an der Aggression gegen Frauen, die sich mit dem Schlitzer verbindet, erscheint als Ventil für eine Gesellschaft unter Hochdruck – wie Jack the Ripper für die heuchlerische viktorianische Sexualmoral.»
Schwäbisches Tagblatt

«Obwohl in rauem dokumentarischem Stil, mit uneleganten Zooms und einer Handkamera, die manchmal etwas zu verwackelt ist, gedreht, ist es offensichtlich, dass Kaouther Ben Hania und ihre Kamerafrau Sofiane El Fani genau wissen, was sie warum tun. Auch der Schnitt ist genau auf dem Punkt und verhandelt geschickt die richtige Balance zwischen Absurdität und emotionalem Gewicht.» Variety

«Le Challat de Tunis est une satire sociale malicieuse et insolite, qui nous rappelle les réjouissantes comédies italiennes d’autrefois. À ceci près que le film propose une forme cinématographique hybride et inclassable, qui brouille avec une joyeuse bouffonnerie les frontières entre la fiction et le « documenteur ». Truffé de situations incongrues et de simulacres loufoques, Le Challat de Tunis déjoue les certitudes et les attentes.» Rima Samman, cinéaste