We Are All Strangers

von Anthony Chen, Singapur, 2026

Der 21-jährige Junyang geniesst in Singapur die Leichtigkeit des Seins, während sein Vater Boon Kiat täglich darum kämpft, das bescheidene Leben der beiden zusammenzuhalten. Ein unerwartetes Ereignis reisst Junyang und seine Freundin abrupt aus ihren Jugendträumen und fordert echte Verantwortung von ihnen. Fast gleichzeitig tritt eine impulsive Frau in das Leben des Vaters, und das feine Band zwischen den beiden Männern beginnt sich zu verändern. Vater und Sohn müssen loslassen, neu anfangen und akzeptieren, dass Familie selten perfekt ist. We Are All Strangers ist ein einfühlsames Generationenporträt über Liebe, Verlust und die Frage, was Familie ausmacht.

Boon Kiat arbeitet hart als Koch in einem Kopitiam, einem traditionellen Kaffeehaus. Die Kellnerin Bee Hwa verdreht ihm mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Temperament den Kopf, er möchte sie heiraten. Sein Sohn Junyang, der gerade den Militärdienst beendet hat, ist derweil bis über beide Ohren in Lydia verliebt, eine Musterschülerin, die es ihrer strengen Mutter stets recht machen will. Dann wird Lydia ungeplant schwanger. Plötzlich müssen zwei Paare aus verschiedenen Generationen unter einem Dach leben. Der Platz in der Wohnung ist knapp und die Konflikte sind vorprogrammiert. Über zweieinhalb Jahre hinweg erzählt Anthony Chen von zwei Generationen, die mit Liebe, Verlust und Verantwortung ringen. Dabei zeichnet er das Bild einer kapitalistischen, am Westen orientierten Gesellschaft, in der Herkunft und Geld den Takt vorgeben. Was bleibt und dem Leben Sinn gibt, sind die menschlichen Beziehungen, ob verwandt oder nicht.

Mit Ilo Ilo gewann Anthony Chen 2013 in Cannes die Caméra d’Or, 2019 folgte Wet Season. We Are All Strangers rundet die lose «Growing Up»-Trilogie ab und führt ihre Gesichter wieder zusammen: Yeo Yann Yann, die schon in den beiden früheren Filmen mitspielte, und Koh Jia Ler, der als Elfjähriger in Ilo Ilo debütierte und nun als Junyang vor der Kamera steht. Als erster singapurischer Film überhaupt lief We Are All Strangers im Wettbewerb der Berlinale. Mit seiner Mischung aus Feinfühligkeit, Humanismus und Humor erinnert er an das Kino von Hirokazu Kore-eda und Edward Yang.

Festivals & Auszeichnungen

Berlinale 2026: Wettbewerb
Hong Kong International Film Festival: Opening Film
Far East Film Festival Udine: Opening Film
Valladolid International Film Festival
Sydney Film Festival
Toronto Film Festival
Academy Awards 2027: Singapur’s Submission

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Credits

Originaltitel
Wo Men Bu Shi Mo Sheng Ren
Titel
We Are All Strangers
Regie
Anthony Chen
Land
Singapur
Jahr
2026
Drehbuch
Anthony Chen
Montage
Hoping Chen
Musik
Kin Leonn, Thomas Foguenne
Kamera
Teoh Gay Hian
Ton
Lim Ting Li
Ausstattung
Huang Mei-Ching
Produktion
Giraffe Pictures: Anthony Chen
Formate
DCP, Blu-Ray
Länge
157 Min.
Sprache
Mandarin, Englisch/d/f
Schauspieler:innen
Yeo Yann Yann (Bee Hwa), Koh Jia Ler (Junyang), Andi Lim (Boon Kiat), Regene Lim (Lydia)

Pro Material

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Pressestimmen

«Ein leiser, feinfühliger Film über vier einfache Menschen in einer protzigen Stadt.» Outnow, Roland Meier

«Ein Film über ein Land, das erwachsen wird, und über Menschen, die gezwungen sind, es ebenfalls zu tun.» Kino-Zeit

«Ein leises, aber kraftvolles Porträt einer nicht ganz freiwillig zusammengewürfelten Familie vor dem Hintergrund der immer grösser werdenden sozialen Ungleichheit in Singapur.» Filmstarts

«There’s some addictively brash storytelling here from Chen, with a page-turning novelistic energy and a marvellous sympathy for the whole cast.» The Guardian

«Filmmaker Anthony Chen returns with a fifth feature that’s as emotionally generous as it is frothily melodramatic – in ways that are addictively entertaining, frustrating, and ultimately too empathetic to shun.» IndieWire

«The film is consistently involving and finally moving, sparked especially by Chen regular Yeo Yann Yann’s wonderful performance as an immigrant outsider in this family and society alike.» Variety

«We Are All Strangers operates on a level few filmmakers can achieve.» Screen Anarchy

«This involving, if slightly over-extended, drama isn’t afraid to tug the heartstrings... But it is an intelligent film in a mode of Asian domestic drama thematically adjacent to such auteurs as Hirokazu Kore-eda and Edward Yang.» Screen International