Djomeh

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Djomeh est le nom d'un jeune immigr√©, un de ces nombreux Afghans venus chercher du travail en Iran. Il est ouvrier agricole dans la ferme de Mahmoud, sous les ordres de son compatriote plus √Ęg√©, Habib. On voit d'abord les lieux - la ferme, la campagne, le trajet pour aller au village assez √©loign√© o√Ļ Djomeh accompagne son patron collecter le lait qu'il revendra. Puis on observe les rapports sociaux, la hi√©rarchie entre les trois hommes, qui vivent seuls √† la ferme, le racisme plus ou moins diffus des villageois √† l'encontre des √©trangers. Dans l'√©conomie narrative typique du cin√©ma iranien contemporain, on assiste √† toute la mise en place d'un film en forme de chronique sociale. Ce film-l√† serait, par l'√©l√©gante simplicit√© des cadrages, la rigueur attentive de la dur√©e des plans, le sens de l'espace et le respect des corps en attestent, un bon film.

Festivals & prix

Camera d'Or bester Erstling Cannes 2000

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Fiche technique

Titre original
Djomeh
Titre
Djomeh
Réalisation
Hassan Yektapanah
Pays
Iran
Année
2000
Scénario
Hassan Yekpatanah
Montage
Hassan Yektapanah
Image
Ali Loghmani
Son
Changiz Sayad
Production
Ahmad Moussazahdeh
Formats
35mm
Durée
94 min.
Langue
Farsi/d/f
Interprètes
Jalil Nazari (Djomeh), Mahmoud Bezhraznia (Mahmoud), Rashid Akbari (Habib), Mahbobeh Khalili, Ehsan Daryabari, Valiollah Beta

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Revue de presse

¬ęVor dem Hintergrund allt√§glicher Routine entfaltet ¬ęDjomeh¬Ľ unspektakul√§r ein Bild ethnografischer Qualit√§t, Schattierungen von Drama wie Kom√∂die inbegriffen. Herzst√ľck sind dabei die √úber-Land-Autofahrten von Djomeh und seinem Chef, wobei der F√ľhrerstand als eine Art Druckkammer funktioniert, so √§hnlich wie dies in ¬ęGeschmack der Kirsche¬Ľ von Yektapanahs Mentor und Lehrer Abbas Kiarostami der Fall war. Die Enge intensiviert Beziehungen, und so wie beil√§ufig der Hintergrund dem Innenleben des jeweiligen Protagonisten zugeordnet ist - hinter dem verliebten Djomeh gr√ľnt es in der Landschaft, w√§hrend hinter dem mittelalten Junggesellen Mahmoud nur W√ľste zu sehen ist -, n√§hern sich die beiden nicht nur dem andern, sondern auch sich selbst. Dass der Afghane Sunnite und der Iraner Schiite ist, spielt keine Rolle, ebenso wenig der potenzielle Generationenkonflikt. Die Schwierigkeit des Exils, erlebbar gemacht anhand eines St√ľcks Strasse im √Ėdland. Die Ereignislosigkeit der Landschaft findet in der statischen Kamera und der seriellen Montage stilistisch ihre Entsprechung, zwischenzeitlich sind die Bilder tableauhaft, beinahe gemalt. Lange Einstellungen, ein betont dokumentarischer Touch, √∂konomische Schnitte und eine fast verleugnete Kamera. Der Film soll dem Alltag m√∂glichst gleichen. Durch Stimmen und Gesten wird permanent auf ein Aussen verwiesen; die Welt ist immer gr√∂sser als die, die wir als Alltag sehen. Dahinter sp√ľrbar ist die Erfahrung des Krieges. Denn mit Krieg hat der iranische Neorealismus mindestens so viel zu tun wie mit Zensur. Als der Iran-Irak-Konflikt 1980 begonnen hatte, gingen unz√§hlige Junge an die Front, auch Yektapanah, allerdings nicht als Soldat, sondern als Fotograf. Seine Bilder hat er bis heute nicht ver√∂ffentlicht. Die Formensprache des iranischen Neorealismus mag inzwischen epigonal erscheinen, angesichts der westlichen Verrenkungen bez√ľglich des Islambilds wirkt sie aber sachlich und n√ľchtern. ¬ęDjomeh¬Ľ macht hier keine Ausnahme. Die letzten Einstellungen wirken wie gut gew√§hlte Schlusss√§tze, die der erz√§hlten Geschichte unvermittelt zus√§tzliche Tiefe und Komplexit√§t verleihen. Das wirkt ganz und gar unexotisch.¬Ľ

Die WochenZeitung, Reto Baumann

¬ęAllerdings w√ľrde man diesen Film kaum so bedingungslos empfehlen, wenn neben der politischen Aktualit√§t nicht auch eine √§usserst sorgf√§ltige Filmsprache vorl√§ge. Yektapanah war bei Abbas Kiarostami (¬ęDer Geschmack der Kirsche¬Ľ) in der Schule. Das sollte einem sp√§testens dann in den Sinn kommen, wenn hinter den klaren, statischen Halbtotalen, die Menschen, Lehmh√§user und H√ľgel einfangen, die Kamera in Vergessenheit ger√§t. ¬ęDjomeh¬Ľ ist die Geschichte einer Ann√§herung. Einer liebenden - indem der Junge, nach vielen unn√ľtzen Eink√§ufen, um die Hand der Kr√§merstochter im Tschador anh√§lt - und einer freundschaftlichen zwischen den beiden M√§nnern. Der Film h√§lt Distanz zu den Figuren und ist ihnen gerade dadurch nah; er baut auf stilistische Schlichtheit und funkelt umso mehr in jenen Szenen, in denen er mit dramaturgischen Aper√ßus √ľberrascht. Die Feinsinnigkeit dieser Erz√§hlweise hat man schon vor dem 11. September erkannt: ¬ęDjomeh¬Ľ ist letztes Jahr in Cannes mit der ¬ęCam√©ra d'or¬Ľ f√ľr den besten Erstling ausgezeichnet worden.¬Ľ

Tages-Anzeiger

¬ęDjomeh¬Ľ erz√§hlt vom Fremdsein, der Liebessehnsucht und den Zukunftshoffnungen eines jungen Mannes. Zukunftshoffnungen allerdings, die eng mit seiner ‚Äď schon damals ‚Äď vom Krieg zerst√∂rten Heimat und dem Fl√ľchtlingstatus verkn√ľpft sind; und die heute m√∂glicherweise anders aussehen w√ľrden. Denn Djomeh darf zwar im Iran arbeiten, angesehen ist er dort aber nicht. (...) Yektapanahs Erstling besticht mit radikaler Schlichtheit und seinen poetischen, konsequent in Erdt√∂nen gehaltenen Bildern.¬Ľ

Berner Zeitung

¬ęEin Fl√ľchtlingsschicksal jenseits der Nord-S√ľd-Polarit√§t: der iranische Film ¬ęDjomeh¬Ľ erz√§hlt von einem jungen Afghanen, der auf einem iranischen Bauernhof arbeitet. In der Tradition des iranischen ¬ęNeorealismus¬Ľ (der Regisseur vergleicht die Situation im kriegstraumatisierten Iran auch mit dem Nachkriegs-Italien, das den Neorealismus hervorbrachte) werden auch in ¬ęDjomeh¬Ľ Landschaftsbilder zum Sprechen gebracht und viele Figuren von Laiendarstellern verk√∂rpert. ¬ęDjomeh¬Ľ handelt von Menschen, die einerseits kaum etwas zu verlieren haben und denen sich andererseits wenig Perspektiven bieten, sich eine verheissungsvolle Zukunft auszumalen. Dass (und wie) Djomeh dies trotzdem tut, macht, gerade weil der Regisseur auf jegliches Heldentum verzichtet, Eindruck.¬Ľ

Aargauer Zeitung

¬ęDer ungest√ľme und schwer zu kontrollierende Fluss der Liebesstr√∂me wird in allen Gesellschaften, in denen es zur t√§glichen Realit√§t geh√∂rt, dass sich viele Eltern √ľber die W√ľnsche ihrer Kinder hinwegsetzen und viele Ehen nicht als Gef√ľhls-, sondern als Zweckgemeinschaften arrangiert werden, als gef√§hrlich subversive Quelle gef√ľrchtet. In diesem Sinn ist der naiv, direkt und beharrlich f√ľr sein privates Gl√ľck k√§mpfende Djomeh ein Revolution√§r, der in Opposition lebt zu den den Ton angebenden Herren seiner Heimat wie jenen seines Gastgeberlandes. In einer Szene am Rand des Geschehens wird Djomeh im Kr√§merladen von einem alten Mann gefragt, ob er nach dem Krieg zur√ľckzukehren beabsichtige. Die Frage bezieht sich auf den B√ľrgerkrieg nach dem Abzug der Sowjettruppen, nimmt aber jetzt durch das Geschehen mit den t√§glichen Bombardierungen Afghanistans eine ganz andere Dimension an: 1,2 Millionen offiziell registrierte Fl√ľchtlinge und eine unbekannte Anzahl ¬ęillegaler¬Ľ Einwanderer lebten schon vor Beginn der amerikanischen Angriffe im Iran, jetzt dr√§ngen sch√§tzungsweise f√ľnf weitere Millionen afghanischer Menschen an die Grenzen, um ihre Heimat verlassen zu k√∂nnen. Man muss annehmen, dass es Jalil Nazari, der Darsteller des Djomeh, noch schwieriger als seine Leinwandfigur haben wird, den Weg zum Gl√ľck zu finden.¬Ľ

Der Bund