Be With Me

von Eric Khoo, Singapur, 2005
DVD

Eric Khoo lädt uns ein auf eine Reise zum Sein. Er spinnt drei verschiedene fiktive Lebensfäden und verwebt sie mit der realen Figur der Taubblinden Theresa Chan, die seit über fünfzig Jahren ohne Gesichts- und Gehörsinn lebt und eine wohltuende Kraft ausstrahlt. Kann es sein, dass sie uns wieder besser sehen und hören macht? Es geht in diesem Spielfilm um zentrale Elemente des Lebens wie die Liebe, die Hoffnung und das Schicksal. Und es geht um die menschliche Sehnsucht nach dem Zusammensein, der Nähe. Da sind die verhinderten Liebschaften eines Mädchens, die geheime Bewunderung eines Sicherheitsagenten für eine junge Kaderangestellte und der alte Mann, der den Tod seiner Frau nicht überwinden kann. Es sind wunderbare Geschichten über die Liebe in unterschiedlichen Lebensaltern. Und mitten drin jene reale Frau, die das Leben ohne Sehen und Hören meistert. Be With Me ist ein sinnlicher und besinnlicher Film, der wohl tut.

Häufig kommen grosse Filme ganz sanft und leise daher. Unauffällig entwickeln sie ihre Kraft und Ausstrahlung in der Zeit ihrer Dauer von innen heraus, still und ohne viel Aufhebens. Dafür umso nachhaltiger. Von Zeit zu Zeit sitzt man da im Kino und staunt wie ein Kind. Mag sogar sein, dass man auf Anhieb nicht einmal genau sagen könnte, weshalb, man fühlt sich einfach in eine andere Stimmung versetzt und lauscht und schaut. Und immer wieder erfährt man auch, wie Geduld sich lohnen kann. Mit grosser Präzision hält der Filmer Khoo fest, was fliessend ist. Mit viel Einfühlungsvermögen bringt er uns seine Figuren näher, egal, ob erfunden oder real: Sie sind dem Leben abgeschaut, sie zeichnen Konturen von Momenten nach, die uns allen wichtig sind und elementar. Was sind wir ohne andere? Was ist das, was man mit Zärtlichkeit bezeichnet, wirklich? Was fehlt uns in der Abwesenheit? Der Film führt uns vor Augen, wie wir von einer Sehnsucht getrieben sind: Jener, jemanden zu haben, der mit uns ist. Eric Khoo hat einen Film gedreht, der von der Liebe in drei verschiedenen Lebensaltern handelt, einen Film der Stille, und das allein fällt schon auf in unseren Zeiten des Lärms. Jede Einstellung spricht für sich, erzählt aus sich heraus und wirkt konzentriert auf das Wesentliche. Die Kamera ist fast unbeweglich, der Dialog auf ein Minimum beschränkt, das Essen Sinnbild für das Verhältnis zu den Anderen. Und die 61-jährige Taubblinde Theresa Chan, die Eric Khoo zu diesem Film inspiriert hat, spielt mitten in der Fiktion ganz einfach sich selbst. In ihr kommt die Sehnsucht nach der Berührung, der Nähe und dem Empfinden besonders intensiv zum Tragen.

Walter Ruggle

Festivals & Auszeichnungen

Quinzaine des Réalisateurs, Film d'ouverture, Cannes 2005

Flanders International Film Festival-Gent, Best Screenplay

Stockholm Filmfestival, Best Cinematography

Prix de la critique international, Stockholm

Toronto International Film Festival

Pusan International Film Festival

Chicago International Film Festival

Tokyo International Film Festival

artwork

Credits

Originaltitel
Be With Me
Titel
Be With Me
Regie
Eric Khoo
Land
Singapur
Jahr
2005
Drehbuch
Eric Khoo, Wong Kim Hoh
Montage
Low Hwee-Ling
Musik
Kevin Mathews, Christine Sham
Kamera
Adrian Tan
Ton
Kazz
Produktion
Zhao Wei Films, Singapur
Formate
35mm, DVD
L├Ąnge
94 Min.
Sprache
Englisch, Kantonesisch, Mandarin/d/f

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Pressestimmen

Ein grossartiger Film.
Cahiers du cinéma

BE WITH ME ist ein fragiles, moderates Musikstück mit einigen Sforzati. Kommt man aus dem Kino, geht man anders davon.
Martin Walder NZZ am Sonntag

Be With Me ist ein Film zum Entdecken - im wahrsten Sinn des Wortes.
Le Monde

Wenn am Schluss der Ladenbesitzer bei Theresa Trost und Hoffnung findet, dann sind sich in diesem bewegenden Moment nicht nur zwei Menschen nah, dann begegnen sich auch Realität und Fiktion.
Thomas Allenbach, Der Bund

Starke Bilder von betörender Schönheit, ein Rhythmus, so leicht, als würde man schweben, und die Grazie einer jeden Schauspielerin und eines jeden Schauspielers machen den Film zu einem bezaubernden Kunstwerk.
Studio Magazine

Be With Me est un film choral sur des êtres en quête d'amour.
Oliver Pere, Quizaine des Réalisateurs

Be With Me wird dich hypnotisieren und unaufhörlich mit Emotionen und sinnlicher Erfahrung anreichern.
Premiere

"Be With Me" ist eine Ode an die heilende und versöhnende Kraft der Liebe.
Michael Lang, Programmzeitung Basel

I was in tears by the end, which is fairly rare.
The New York Times - Manohla Dargis

Gleichzeitig entführt dieser zutiefst menschliche Film durch die reduzierte Tonspur, die Kommunikation mittels Fingersprache und die Betonung des Geruchs- und Geschmackssinns den Zuschauer in die Erfahrungswelt der Taubblinden und lässt ihn seine eigenen Sinneswahrnehmungen (wieder) bewusster und tiefer empfinden. Independent Pictures, Walter Gasperi

Un film poignant dont la justesse n'égale que la grandeur humaniste.
Première

One small, lovely film from Singapore made human communication its explicit subject Eric Khoo's "Be With Me". Almost silent and mysteriously disjointed at first, the film comes together into something that's as accessible as it is beautiful.
The Wall Street Journal - Joe Morgenstern

Be With Me is an act of romantic longing captured on film. Eric Khoo proves again why he's Singapore's most talented filmmaker.
Time - Bryan Walsh

The true story is of the amazing Theresa Chan, a deaf and blind 61-year-old who is kind of like Southeast Asia's Helen Keller. When Khoo simply focuses on Chan's history and her day-to-day existence, the minimalism is cranked up. Rather than halting the film in its tracks, this elevates Be With Me to another level entirely.
The Globe And Mail Review

we love this film because Be With Me confirms that the best
minimalist films can capture immense perspectives, which are those of the heart and soul.
Oliver Pere
Directors' Fortnight, Cannes

An undelivered love letter
An unanswered, brittle mobile phone
A meal prepared with heart and soul
For your beloved
Or for a stranger.
Through Eric Khoo's camera lens, we can see his mission: finding a way out in a lonely metropolis for the downtrodden, the fragile, and the defeated, who are both among us and like us. Watching the old man's face and his embrace with the blind lady, I am deeply moved.
Tsai Ming-liang