La Hija Cóndor

Hoch oben in den majestätischen Anden wächst Clara in einer indigenen Gemeinschaft auf und begleitet ihre Ziehmutter zu Hausgeburten. Mit ihrer schönen Stimme und rituellen Gesängen hilft sie, neues Leben auf die Welt zu bringen. Während sie tief in den Ritualen verwurzelt ist, spürt sie zugleich die Sehnsucht nach einem Leben in der Stadt. Als Ärzt:innen das alte Wissen zunehmend in Frage stellen und für Geburten in neuen Kliniken werben, gerät Clara in einen Zwiespalt. In überwältigenden Tableaus erzählt Olmos Torrico von Tradition, Identität und dem Mut, der eigenen Stimme zu folgen.

Clara ist eine junge Quechua, die im Cochabamba-Tal umgeben von Bergen lebt. Als Tochter und Nachfolgerin von Ana, der letzten Hebamme in der Region, wartet in ihrer Gemeinschaft eine wichtige Aufgabe auf sie. Es sind heilig anmutende Momente, wenn Ana eine Hochschwangere sanft im Andentuch wiegt und Claras Gesänge einsetzen, um das Baby auf seinem Weg ins Leben zu begleiten. In der indigenen Kultur geniesst die Geburtshelferin hohes Ansehen.

Gemeinsam ziehen die beiden zu Fuss von Weiler zu Weiler, während über ihnen der Kondor seine Kreise zieht. In der andinen Kosmovision gilt er als Vermittler zwischen der irdischen Welt und den Göttern. Doch so hingebungsvoll Clara diese Übergänge begleitet, wächst in ihr zugleich die Sehnsucht nach einem Leben jenseits der Gemeinschaft. Die Sitten im Dorf sind streng, und auch Ana zeigt wenig Verständnis für Claras Lebenshunger – nicht zuletzt, weil sie ihre eigene Existenz bedroht sieht. Ärzt:innen aus der Stadt warnen vor den Risiken der Hausgeburten, Kliniken sollen künftig eine «würdige» medizinische Versorgung gewähr- leisten. Über ein Radio dringen neue Klänge zu Clara und über sie der verlockende Gedanke an eine Karriere als Sängerin in der Stadt. Im Einklang mit der Erhabenheit der Anden entfaltet Olmos Torrico eindrucksvolle Bilder der weiten Landschaft und kontrastiert sie mit Innenaufnahmen im Chiaroscuro, die wie aus einer vergangenen Zeit wirken. Dabei verfällt er nicht in Nostalgie, sondern zeigt eine Welt im Umbruch – und die Frage, wie sich Tradition und Moderne miteinander verbinden lassen.

Festivals & Auszeichnungen

Toronto International Film Festival 2025: World Premiere
Festival FILMAR en América Latina: Focus Sud
Festival Biarritz Amérique Latine: Compétition fictions
Chicago International Film Festival: New Directors Competition
Guadalajara International Film Festival 2026:
Ibero-America Competition, Best Performance (María Magdalena Sanizo)
Málaga Spanish Film Festival: Best Supporting Actress & Best Music
Göteborg Film Festival: International Competition

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Credits

Originaltitel
La Hija Cóndor
Titel
La Hija Cóndor
Regie
Álvaro Olmos Torrico
Land
Bolivien
Jahr
2025
Drehbuch
Álvaro Olmos Torrico
Montage
Álvaro Olmos Torrico, Irene Cajías
Musik
Cergio Prudencio
Kamera
Nicolás Wong Diaz
Ton
Federico Moreira
Kostüme
Analía Peñaloza
Ausstattung
Ivan Siácara
Produktion
Álvaro Olmos Torrico, Cecilia Sueiro Mosquera, Diego Sarmiento Pagán, Federico Moreira, Iris Sigalit Ocampo Gil
Formate
DCP, Blu-Ray
Länge
103 Min.
Sprache
Quechua, Spanisch/df
Schauspieler:innen
Marisol Vallejo Montaño (Clara), María Magdalena Sanizo (Ana), Nely Huayta (Beatriz), Alisson Jimenez (Flora), Gregoria Maldonado (Dionisia)

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Filmstill «La Hija Cóndor»
Filmbesprechung

Im Zwiespalt zweier Welten

Clara ist eine Jugendliche, die in einer kleinen indigenen Gemeinde hoch in den Anden aufwächst. Ihre Adoptivmutter, eine ältere Hebamme, bildet sie aus, damit sie einmal eine wichtige Rolle für die Gemeinschaft übernehmen kann. Sie hat ihr die alten Lieder beigebracht, mit denen seit Generationen Frauen durch die Geburt begleitet und neues Leben sicher zur Welt gebracht wird. ...

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Pressestimmen

«Atemberaubende Bilder: weite Berglandschaften, ein Himmel, der grenzenlos wirkt […] Regisseur Álvaro Olmos Torrico wertet nicht, sondern beobachtet genau – mit Respekt und einer spürbaren Zuneigung für die Welt, die er porträtiert.» SRF Kultur, Ann Mayer

«Ein schöner und zugleich ein realistischer Film, mit ethnografischer Genauigkeit und einem klaren Blick für all die unausweichlichen Verwerfungen und Verschiebungen in unserer Welt. Und mit zwei Hauptdarstellerinnen, die man nicht so schnell vergisst.» Sennhausers Filmblog, Michael Sennhauser

«Regisseur Álvaro Olmos Torrico verweigert sich einer simplen Schwarz-Weiss- Malerei und zeigt in La Hija Cóndor die Optionen, die sich Clara bieten – mit allen Vorteilen und Widersprüchen.» kulturtipp, Hans Jürg Zinsli

«Álvaro Olmos Torrico lässt Clara in La Hija Cóndor ihrer Neugier folgen.» P.S. Zeitung, Thierry Frochaux

«Regisseur Álvaro Olmos Torrico entfaltet in atemberaubenden Tableaus eine leise, eindringliche Geschichte über Identität und den Mut, der eigenen Stimme zu folgen.» Aaku

«Der Film gewinnt mit eindrucksvollen Aufnahmen aus den Anden, bunten Lichtern und wechselnden Szenerien.» Phosphor Kultur, Michael Bohli

«Ein Film zwischen den heiligen Gesängen der Anden und dem Traum von einem anderen Leben.» arttv

«Eine Erzählung zwischen Tradition, Spiritualität und Kulturkonflikt.» Swissinfo

«Die Kraft einer Kosmovision, die sich dem Verschwinden widersetzt.» Opinión Bolivia

«Die Bilder werden mit unendlicher Feinfühligkeit eingefangen.» Mediapart

«Eine zeitgenössische Fabel über Zugehörigkeit, Erbe und kulturellen Widerstand.» Cinemagavia

«Una experiencia que nos invita a aproximarnos al mundo andino con otros ojos, no solo para cuestionar su patriarcado dañino sino también para revalorizar el aporte de sus mujeres a la cultura, a la salud y a la vida.» Cinencuentro

«The film combines a dramatic sense of place and Quechua drama which can resonate worldwide.» Variety

«Through its careful craftsmanship, the film stands out not only as a cultural portrait, but as a quiet meditation.» Next Best Picture

«Les plans larges sur les montagnes contrastent avec l’intimité des scènes d’accouchement où les chants traditionnels créent une atmosphère quasi mystique.» Le Point