L'intrepido

von Gianni Amelio, Italien, 2013

Antonio Pane (Antonio Albanese) ist ein in sich ruhendes Gemüt, ein rundum zufriedener Mensch, wie man ihn heute selten noch antrifft. Er klagt nicht, er hilft und packt zu. Antonio ist eine Art Libero in einer hektischen und von Krisen gezeichneten Gesellschaft: Er führt, stundenweise auf Bestellung, jede Arbeit aus, vom Bügler bis zum Tramführer. Möchte jemand mal kurz von der Arbeit weg, Antonio übernimmt. Er ist ein wahrhaft Unverzagter.

Die Geschichte vom zufriedenen Menschen
Er heisst Antonio Pane und ist ein von Grund auf zufriedener Mensch. Engelsgleich bewegt er sich durchs Leben und durch den Alltag Italiens heute. Wir erleben ihn beim Ausüben der unterschiedlichsten Berufe, denn Antonio hat sich seinen eigenen Beruf geschaffen: Er ist ein Intrepido, ein Unverzagter, einer, der andere an ihrem Arbeitsplatz für ein paar Stunden ersetzt. Ja, es kommt vor, dass einer an eine Hochzeit sollte, zum Arzt oder mit seiner Tochter reden möchte, schliesslich braucht alles seine Zeit.

Eingespannt ins Arbeitsleben, obendrein in einem krisengeschüttelten und von unfähigen PolitikerInnen ruinierten Land wie Italien, kann man da nicht so einfach weg. Ausser man engagiert sich den praktischen Intrepido Antonio: Der mauert, fährt Tram, führt Pizzas aus oder bügelt. Eigentlich ist er selber ja arbeitslos, aber er mag nicht Trübsal blasen oder klagen: Antonio ist ein in sich ruhender, glücklicher und liebevoller Mensch. Eine Kunstfigur natürlich, denn wo gibt's so was noch. Aber eben eine Figur, die uns auf entspannte Art ein wenig darüber nachdenken lässt, wie eingespannt wir alle sind.

Geld, hat Antonio sich gesagt, ist nicht alles, was zählt. Man sollte aber schon schauen, dass man in Form bleibt und sich nicht fallen lässt, wenn das wirtschaftliche Umfeld nicht mehr rosig ist. Gianni Amelio (Ladro di bambini) hat diese wunderbare Figur geschaffen, mit der er uns die erträgliche Leichtigkeit des Glücklichseins vor Augen führt und wir uns dabei ertappen mögen, Antonio als Figur von einer anderen Welt zu sehen. Ein amüsierter und melancholischer Blick auf Italien, ein Land, das man eigentlich lieben möchte, weil es die schönste Sprache hat, das beste Essen, atemberaubende Landschaften und kulturelle Schätze und gesprächsfreudige Menschen.       

Walter Ruggle

Festivals & Auszeichnungen

Mostra del Cinema, Venezia

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Credits

Originaltitel
L'intrepido
Titel
L'intrepido
Regie
Gianni Amelio
Land
Italien
Jahr
2013
Drehbuch
Gianni Amelio, Davide Lantieri
Montage
Simona Paggi
Musik
Franco Piersanti
Kamera
Luca Bigazzi
Ton
Alessandro Zanon
Kost├╝me
Cristina Francioni
Ausstattung
Giancarlo Basili
Produktion
Carlo degli Espositi - Herausgebracht mit Unterst├╝tzung durch Eurimages
Formate
Blu-ray, DCP
L├Ąnge
104 Min.
Sprache
Italienisch/d/f
Schauspieler:innen
Antonio Albanese (Antonio Pane), Livia Rossi (Lucia), Gabriele Rendina (Ivo), Alfonso Santagata (Maltese), Sandra Ceccarelli (Adriana), Giuseppe Antignati, Gianluca Cesale, Fabio Zulli

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Pressestimmen

«Ein melancholisches Märchen von einem Menschen, der in allem nur das Gute sieht.» Schweizer Illustrierte

«Die Art und Weise, wie Gianni Amelio die Geschichte erzählt, ist meisterhaft. Das Aneinander der Sequenzen ist sanft rhythmisiert und im Detail klug ausgearbeitet wie ein Gedicht, in welchem jeder Satz, jedes Wort, jeder Laut Teil eines Ganzen ist und alles zueinander in Bezug steht.» Seniorweb

«Ein Mann, zu gut für diese Welt? Antonio trägt zweifellos Züge des Narren und des Heiligen, wie sie das italienische Kino immer schon bevölkert haben.»  Neue Zürcher Zeitung

«Ein Charlot gegen die Zyniker.» La Stampa

«Regisseur Gianni Amelio («Il ladro di bambini») hat sich für diesen Film mit dem populären, ausserhalb Italiens allerdings kaum bekannten Kabarettisten Antonio ­Albanese zusammengetan. Seine Inter­pretation des armen Einspringers ist berührend, und Szenen wie jene, in der er einen Grammatikfehler im Text einer vom Staat verlangten Eignungsprüfung entdeckt, sind in Italien jetzt schon Kult.» Tages-Anzeiger

«Antonio Albanese in einer Glanzrolle als Leiharbeiter und Lebenskünstler.» 20 Minuten

«Man kann seine Parabel als humorvolle Diagnose systematischer Probleme der italienischen Gesellschaft verstehen und sich am uneitel brillanten Spiel seines Hauptdarstellers Antonio Albanese vergnügen.» Cineman

«Und über all dem steht Antonio Albaneses virtuos zurückhaltendes Spiel, mit dem er Antonio Panes Charakter frei von jeglichen Klischees auf den Punkt bringt. Antonio ist ein Chamäleon, eine ideale Arbeitsbiene, so vielseitig, dass er scheinbar kein Profil mehr hat. Oder ist er doch nur eine Fiktion? Eine Projektion? Ein Engel gar? Er habe eine Film gestalten wollen, der «vollkommen ausser jeglicher Mode» sei, der «auf nichts Rücksicht nimmt und sich nirgendwo anlehnt», sagt Regisseur Amelio. Das ist unerschrocken. Das ist wahres Kino. Und es ist gelungen.» Bieler Tagblatt


«Die Kraft des Filmes liegt in der frischen Vision von Mailand und natürlich in der gelassenen und poetischen Präsenz von Albanese, in seiner sanften Stimme, der ruhigen Art.» La repubblica

«Gianni Amelios erste Komödie.» Screen International

«Dem Helden dabei zuzusehen, wie er sich durch die verschiedensten Jobs schlägt, ist zugleich unterhaltsam wie auch horizonterweiternd.» Kino-Zeit

«Seine Bescheidenheit, die Liebe zur Arbeit, die Zärtlichkeit gegenüber seinem Sohn und das arme Mädchen, das er kennenlernt, sie lassen den alten Charlie Chaplin aufscheinen.» Hollywood Reporter

«Porté par l’excellent et irrésistible Antonio Albanese, [L'intrepido] se déroule dans un Milan futuriste imaginé par le talentueux décorateur Giancarlo Basili.»

Tribune de Genève

«Pour quiconque a un peu de mémoire et de coeur, L’intrepido résonne merveilleusement.»

Le Temps

«L’esthétique du film est d’une rare beauté, offrant un rôle touchant à Antonio Albanese, sublimé  par la caméra de Gianni Amelio qui signe une histoire poignante.» Clap

«Le film de Gianni Amelio regorge de trouvailles filmiques, se jouant des angles de perspective.» Clap


«Ein lakonischer, manchmal melancholischer, nie aber verzagter Film über die Unabhängigkeit des Geistes und andere befreiende Bewegungen.» Aux Arts

Amelio zeigt Italien als Land, «wo die Fassaden wichtiger sind als das, was hinter ihnen liegt». Variety

«Dieser Film ist ein Gesang, eine Hymne auf die Würde des Menschen, jenseits der täglichen Nachrichten und der dunklen Zeiten, die wir durchmachen. – Ich wollte einen Film gestalten, der vollkommen ausser jeglicher Mode ist, der auf nichts Ru╠łcksicht nimmt und sich nirgendwo anlehnt.»
Gianni Amelio

«Une fable amusante et émouvante d’un homme qui vit le Milan moderne dans tous les sens du terme alors qu’il pratique une déroutante quantité de boulots.» British Film Institute