Yaaba

"Yaaba" ist Moor├ę und bedeutet in der Sprache der Mossi in Burkina Faso Grossmutter. Bila, ein zw├Âlfj├Ąhriger Junge, nennt so die alte Sana, die bei den DorfbewohnerInnen als Hexe gilt und aus der Gemeinschaft verstossen wurde. Langsam fassen der Junge und die einsame Greisin Vertrauen zueinander. "Yaaba" erz├Ąhlt auch ganz allgemein ├╝ber das d├Ârfliche Leben in Afrika. So fliessen viele Nebenaspekte ein: Streitigkeiten unter Eheleuten nicht nur in Bilas Familie, der Umgang im Dorf mit dem S├Ąufer Noah, die Ausgestaltung eines grossen Festes, allt├Ągliche Szenen beim Wasserholen, beim Verstauen von Vorr├Ąten oder auf dem Markt.
Als Bilas Cousine Nopoko an Tetanus erkrankt, wird Sanas "b├Âser Blick" daf├╝r verantwortlich gemacht. Bila bittet die alte Frau um Hilfe. W├Ąhrend sie zum Heiler Taryam unterwegs ist, z├╝ndet ein Mann aus dem Dorf ihre H├╝tte an. Eine liebevoll gestaltete, detailreiche, poetisch-m├Ąrchenhafte Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden. Idrissa Ouedraogo erz├Ąhlt von der Sch├Ânheit der Steppe Westafrikas, vom Gang der w├╝rdigen Greisin und von der unbek├╝mmerten Spielfreude der Kinder. Er bedient sich dabei ├╝berwiegend ruhiger Bilder und langer Einstellungen, die dem Betrachter Zeit geben, Einzelheiten zu erfassen. Die Schauspieler sind ausnahmslos Laien und stammen ├╝berwiegend aus dem Dorf, das als Drehort diente. Die alte Frau, die die Rolle der Sana spielt, hatte in ihrem Leben zudem nie zuvor einen Film gesehen. Einf├╝hlsam und gleichnishaft pl├Ądiert "Yaaba" f├╝r mehr Toleranz und eine vorurteilsfreie Weltsicht. Poetisch und mit humorvollem Unterton erz├Ąhlt der burkinische Regisseur Idrissa Ouedraogo ├╝ber Aberglauben, Vorurteile und Stigmatisierung.

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Credits

Originaltitel
Yaaba
Titel
Yaaba
Regie
Idrissa Ouedraogo
Land
Burkina Faso
Jahr
1989
Drehbuch
Idrissa Ouedraogo
Montage
Loredana Cristelli
Musik
Francis Bebey
Kamera
Matthias K├Ąlin, Jean Monsigny
Ton
Jean-Paul Mugel
Produktion
Thelma Film AG, Z├╝rich; Arcadia Films, Paris; Les films de l'avenir, Ouagadougou
Formate
35mm, DVD, DCP
L├Ąnge
91 Min.
Sprache
More/d/f oder i

Pro Material

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Pressestimmen

┬źIdrissa Ouedraogo erz├Ąhlt einfach, klar und z├Ąrtlich, der Realit├Ąt und den Mythen verbunden, mit einem Blick f├╝r die Zusammenh├Ąnge zwischen Menschen und Landschaft. Er erz├Ąhlt auch von der Sch├Ânheit seines Landes: vom Gang der w├╝rdigen Greisin - eine uralte Gr├Ąfin der Savanne -, von der unbek├╝mmerten Spielfreude der zwei hinrei├čenden Kinder vor der Kamera und vom Rhythmus der Bewegungen, mit denen der Rhythmus der Bilder makellos ├╝bereinstimmt.┬╗ Hans G├╝nter Pflaum, KJK 42/90

┬źMit gl├╝cklicher Hand gedreht und mit einem Auge betrachtet, welches sich vor jeglichem falschverstandenem Anthropologismus zur├╝ckzieht. N├╝chterne, beinahe trockene Aufnahmen. Keine Kamerabewegungen. Eine unerl├Ąssliche stilistische Rigorosit├Ąt. Eine exakte Beschreibung - mit ironischen Z├╝gen - des Alltagslebens dieses Dorfes.┬╗ L'Unita

┬źEine liebevoll gestaltete, detailreiche, poetisch-m├Ąrchenhafte Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden und Alltagsleben; ein Film voller Lebensfreude, der Zeit zum Entdecken seiner reichen, verhaltenen Poesie l├Ąsst.┬╗ Lexikon des internationalen Films

┬źYaaba ist ein grosses, erstaunliches Werk voller Frische und einer dieser Filme, die nach den unterschiedlichen Blickwinkeln fragen, aus denen afrikanische Regisseure ihre Heimat betrachten k├Ânnen. Dem Filmemacher gelingt es fernab ideologischer Schwerf├Ąlligkeit, das Leben einer Dorfgemeinde menschlich und authentisch zu zeichnen. Es ist dies die Chronik des Lebens dieses Dorfes in dem der Regisseur das Publikum den Menschen in all seinen Facetten entdecken l├Ąsst: gut, grossz├╝gig, intolerant. Ein n├╝chterner Stil, ein Sinn f├╝r die Wahl des Bildausschnittes - Landschaften, die wahrlich Kraft ausstrahlen. Dieser Film hat dutzende internationale Preise erhalten und tausende Kinofans auf der ganzen Welt angezogen. Ein gro├čer Film in der Geschichte des Filmschaffens in Burkina Faso und in Afrika.┬╗ S. Pierre Yameogo