Mr. Kaplan

Jacobo Kaplan führt ein ganz normales Leben. Nichts unterscheidet ihn von seinen Freunden, die einst aus Nazideutschland nach Südamerika geflohen waren und hier nun auch ihren Lebensabend verbringen. Es ärgert Jacobo, dass er alt geworden ist und eigentlich nichts Aussergewöhnliches geleistet hat. Um dies zu ändern und einen Coup zu landen, heckt er einen wagemutigen Plan aus. Eine Komödie vom Strand des Lebens.

Jacobo ist ein Mann, wie es sie viele gibt. Hoffnungsfroh als Junge ins Leben geschickt und unversehens ins Alter gekommen. Was, fragt sich Jacobo Kaplan irgendwann nach seinem 70. Lebensjahr immerhin, was habe ich eigentlich getan, woran die Nachwelt sich erinnern könnte? Besonders an seiner Biografie ist ja doch, dass er als Kind jüdischer Eltern aus Nazideutschland fliehen musste, um überhaupt eine Lebenschance zu haben. So ist er als Señor Kaplan in Montevideo gestrandet, am südlichen Zipfel des lateinamerikanischen Kontinents, hat hier gearbeitet, Familie gegründet und ist alt geworden.

Alvaro Brechner erzählt uns auf amüsante Weise von diesem netten, leicht griesgrämigen Herrn, der sich an einem Fest als Nichtschwimmer auf dem Sprungbrett eines Pools wiederfindet und den anderen etwas beweisen möchte, was er vielleicht besser lassen würde. Von Enkelin Lotti erfährt er von einem Deutschen, den die Jungen Nazi nennen, und nun hat Jacobo Kaplan seine Mission: Er will den vermeintlichen Kriegsverbrecher entführen und einem Gericht zuführen. Assistiert wird er dabei von Wilson, einem entlassenen Polizisten, der selber so etwas wie ein Ziel in seinem Leben verloren hat.

Es ist ein Vergnügen, den beiden in ihrem tollpatschigen Versuch, Geschichte zu schreiben, zuzuschauen. Wir erleben, wie schnell aus vagen Vermutungen Tatsachen geformt werden, wie einer zu wissen glaubt und alles so einrichtet, dass seine Vermutungen stimmen. Es ist gleichzeitig eine liebevolle Annäherung ans Altern und an die Frage, was denn eigentlich bleibt von dem, was wir in jenem Leben bieten, das uns da zur Verfügung steht. Überraschungen sind jedenfalls garantiert in dieser Komödie von dem, der loszieht, als hätte es James Bond noch nicht gegeben.  Walter Ruggle

Festivals & Auszeichnungen

Monte Carlo Comedy Festival: Jury Prize

Mar del Plata Film Festival: Best Latin American Feature Film

Chicago International Film Festival 2014

Huelva Latin American Film Festival 2014: Silver Colon, Best Screenplay

José Maria Forqué Award: Nomination Best Latin American Movie

Goya Awards: Nomination Best Iberoamerican Film

Uruguayischer Kritikerverband: Bester Uruguayischer Film, Beste Kamera, Beste Regie, Beste Kamera, Bestes Drehbuch, Bester Ton, Beste Darstellerin

Internationales Festival des Lateinamerikanischen Kinos Biarritz: Bester Darsteller

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Credits

Originaltitel
Mr. Kaplan
Titel
Mr. Kaplan
Regie
Álvaro Brechner
Land
Uruguay
Jahr
2014
Drehbuch
Álvaro Brechner, basierend auf "El salmo de Kaplan" von Marco Schwartz
Montage
Nacho Ruiz Capillas
Musik
Mikel Salas
Kamera
├ülvaro Guti├ęrrez
Ton
Eduardo G. Castro
Kost├╝me
Johanna Bresque, Mariana Dosil, Noelia Gonda
Ausstattung
Gustavo Ram├şrez
Produktion
Álvaro Brechner
Formate
Blu-ray, DCP
L├Ąnge
98 Min.
Sprache
Spanisch/d/f
Schauspieler:innen
H├ęctor Noguera (Jacobo), N├ęstor Guzzini (Contreras), Rolf Becker (Deutscher - Allemand), Nidia Telles (Rebeca), Nuria Fl├│ (Lottie), Leonor Svarcas (Estrella), Gustavo Saffores (Isaac), Hugo Piccinini (Elias), Cesar Jourdan (Carlos), Jorge Bolani (Kilgman)

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Pressestimmen

«Wieder eine grossartige Tragikomödie aus Südamerika!» Die Zeit

«Ein kleines Meisterwerk. - Was für Menschen, was für Geschichten, was für Orte!» Frankfurter Rundschau

«Die Seniorenkomödie um einen alten Uruguayer ist anderen vergleichbaren Filmen aus Hollywood eine Rollatorlänge voraus.« Julia Marx, Tages-Anzeiger

«Mr. Kaplan» mélange comédie, enquête policière et drame. Sa galerie de personnages hauts en couleur fait à peu près oublier la façon très superficielle dont le scénario traite ses thèmes sensibles.» 20 Minutes

«Hochgradig amüsant.» Hollywood Reporter

«Eine feine Komödie mit Tiefgang.» Christine Ris, Interfilm Schweiz

«Le gros flic las et le vieil homme obstiné forment un couple de comédie qui fonctionne bien. Ils traduisent les échecs existentiels, révèlent les dysfonctionnements de la société uruguayenne et rappellent qu’il est impossible d’échapper à son passé. L’issue de cette traque crépusculaire s’avère plus ambiguë qu’on ne le pensait: il y a un fond de vérité dans les fantasmes de Jacobo, mais elle n’est pas ce qu’il croyait. Elle mérite donc de se jeter une dernière fois à l’eau sans savoir nager.» Le Temps

«Brinquebalante mais sympathique, une comédie qui trouve le ton juste pour aborder un sujet grave.» La Liberté

«Der Film Mr. Kaplan aus Uruguay ist ein Kinovergnügen über das Älterwerden.» Zeitlupe

«Les observations de Brechner sont judicieuses, douloureuses. Pour autant, son scénario ne perd pas le cap de la farce. Marchant sur un fil entre galéjade et amertume, il sert son histoire en l'émaillant de surprises. Et si, d'entrée, Jacobo et Wilson - qui finit par croire Jacobo parce que cela l'arrange - apparaissent comme deux sérieux farfelus, rien ne se passe jamais comme on l'avait imaginé. Sauf la tendresse et l'amitié.» Ciné-feuilles

«Der Grundton ist von skurrilem Humor. Brechner beweist viel Sinn für feine Situationskomik.» Filmbulletin

«Eine herrliche Komödie voller Überraschungen.» Frauenfelder Woche

«Warmherzige Tragikomödie übers Altern.» Kultur online

«Ein kleiner, aber feiner Film, der mit origineller Bildgestaltung und herrlicher Situationskomik überzeugt. Nachsichtig gegenüber Allzumenschlichem, erzählt er vom Wunsch, auf dieser Welt Spuren zu hinterlassen.» Frame

«Mit bewundernswerter Leichtigkeit greift Brechner die Themen des Älterwerdens und Vergessens auf.» Filmstarts

«Wie 'Don Quichotte? Steckt auch Mr. Kaplan voller melanchoöischem Witz, der sich mitunter zum Wahwitz steigert. - Ein kleines Kinojuwel.» Tagesthemen ARD

«Mr.Kaplan richtet sich an Liebhaber leiser Geschichten mit einem skurrilen Einschlag.» Filmrezensionen

«Die beiden Hauptdarsteller spielen ihre Figuren sympathisch und mit einem guten Gespür für Zwischentöne und für Ambivalenz.» kino-zeit

«Liebevoll schaut er auf seine Möchtegern-Helden, den alternde Kaplan, der mit seiner Eigenständigkeit auch seine Würde in Gefahr sieht.» Der Tagesspiegel

«Wahrscheinlich der beste uruguayanische Film aller Zeiten.» Hollywood Reporter

Brechner prouve une fois encore qu'il est en mesure de porter sur le grand écran une histoire aux résonances universelles avec une vision très personnelle, signant une comédie efficace, douce, légère, à l’humour fin et discret, sans prétention, si ce n’est celle de divertir. Mission accomplie pour Alvaro Brechner! Clap.ch