Yojimbo

von Akira KUROSAWA, Japan, 1961
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Akira Kurosawa ist und bleibt einer der gr√∂ssten Regisseure aller Zeiten, ein Filmgenie, dessen Werke man sich immer wieder anschauen kann, die einen immer wieder √ľberraschen, packen, faszinieren und in eine andere Dimension des Sehens f√ľhren. Auch dann, wenn er sich einem ganz popul√§ren Genre widmet und dieses aufs K√∂stliche auseinanderpfl√ľckt und gleichzeitigt w√ľrdigt und pflegt. ¬ęYojimbo¬Ľ ist eines der sch√∂nsten Beispiele aus seinem Schaffen, auch in der Kombination von Schwarzweissfotografie und Cinemascope (ein Format, das in Japan √ľbrigens nach der Produktionsfirme Tohoscope hiess). Der arbeitslose Samurai Sanjuro (gewohnt umwerfend: Toshiro Mifune) kommt auf der Wanderschaft durch das Japan des 19. Jahrhunderts in ein abgelegenes Bergdorf, wo zwei verfeindete Familienclans mit allen Mitteln um die Vorherrschaft k√§mpfen. Geschickt macht sich Sanjuro die Rivalit√§ten zunutze, ergreift mal hier, mal dort Partei und spielt in einem gewagten Intrigenspiel beide Gruppen gegeneinander aus. Kurosawa war der grosse Meister in der Darstellung menschlicher Verhaltensmuster, die wiederkehrend sich als verh√§ngnisvoll erwiesen. Mit zum sch√∂nen an seinen Filmen geh√∂rt die Leichtigkeit, mit der sie selbst eine Trag√∂die aufzuzeigen verm√∂gen. Das ist auch h√∂chste Unterhaltungskunst, ein Sehgenuss.
Walter Ruggle

Festivals & Auszeichnungen

Oscarnomination 1962 Toshiro Mifune, Best Actor
Blue Ribbon Award 1962 Toshiro Mifune, Best Actor
Kinema Junpo Awards 1962 Venice Film Festival
Copa Volpi Toshiro Mifune, Best Actor

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Credits

Originaltitel
Yojimbo
Titel
Yojimbo
Regie
Akira KUROSAWA
Land
Japan
Jahr
1961
Drehbuch
Ryuzo Kikushima, Akira Kurosawa
Montage
Akira Kurosawa
Musik
Masaru Sat√ī
Kamera
Kazuo Miyagawa
Ton
Choshichiro Mikami, Masanobu Miyazaki
Kost√ľme
Yoshir√ī Muraki
Ausstattung
Yoshir√ī Muraki
Produktion
Toho Tokyo
Formate
35mm, DVD, Blu-ray, DCP
Länge
111 Min.
Sprache
Japanisch/d
Schauspieler:innen
Toshiro Mifune (Sanjuro Kuwabatake), Tatsuya Nakadai (Unosuke), Yoko Tsukasa (Nui), Isuzu Yamada (Orin), Daisuke Kato (Inokichi), Seizaburo Kawazu (Seibe), Takashi Shimura (Tokuemon), Hiroshi Tachikawa (Yoichiro), Kamatari Fujiwara (Tazaemon), Ikio Sawamura (Hansuke)

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Pressestimmen

¬ęDie bestechendste Kadrage, die erregendste Symmetrie, das bet√∂rendste Chiaroscuro f√ľr die verkommenste aller m√∂glichen Welten. Kurosawa malt im Bilderbuch des Schwertk√§mpfer-Genres mit grandios beschwingtem Pinsel, in den der Hohn Grandvilles, die Zynik Swifts, der Furor Sam Fullers gefahren sind. Seht da, ein Dorf mit pr√§chtigen Holzh√§usern, bev√∂lkert vom Clan des Seidenh√§ndlers und vom Clan des Sakefabrikanten, die einen Hy√§nen, die anderen Schakale - und jeder erpicht auf die Vernichtung des anderen. Ein reizender Mikrokosmos Japans, der Marktwirtschaft, der Welt. Toshiro Mifune als 'Ronin', herrenloser Samurai, ger√§t in die Stadt, wird Leibw√§chter der Schakale, dann der Hy√§nen, um zuletzt als feixender Profiteur beide Aasfresserparteien gegeneinander auszuspielen. Am Schluss hat teils er die Stadt, teils die Stadt sich selbst befreit, indem sie zum Friedhof geworden ist. Mifune kratzt sich am Kinn, sch√ľttelt den Kopf und verl√§sst wiegenden Raubtierschritts den entv√∂lkerten Ort.¬Ľ

Harry Tomicek, Filmmuseum

¬ęDer mit viel Virtuosit√§t und spezifischer Begabung f√ľr Bildkomposition gedrehte Film besticht vor allem durch seine Vielschichtigkeit: In die hochgespannte Dramatik der Fabel mischen sich groteske Z√ľge und barocke √úbertreibungen; das Genre der Samurai-Filme scheint hier in seine eigene Parodie √ľberzugehen.¬Ľ

Die Zeit