Promis le ciel
Drei Frauen von der Elfenbeinküste teilen sich in Tunis eine Wohnung und unterstützen sich im Alltag. Als sie ein kleines Mädchen bei sich aufnehmen, das einen Schiffbruch im Mittelmeer überlebt hat, gerät ihr fragiles Gleichgewicht ins Wanken. Nach Under the Fig Trees richtet Erige Sehiri in ihrem neuen Spielfilm das Licht auf die Lebenswege dreier Frauen, die zwischen zwei Welten stehen und eine bemerkenswerte Stärke zeigen.
Promis le ciel folgt dem Alltag von Marie, Naney und Jolie, drei Ivorerinnen, die in der Hauptstadt Tunis Zuflucht gefunden haben. Ohne rechtliche Grundlage, aber mit viel Herz, nimmt die evangelische Pastorin Marie, die schon Naney und Jolie beherbergt, auch die kleine Kenza bei sich auf, die auf dem Weg in den Norden Waise geworden ist. Gemeinsam versuchen die drei Frauen, ihr eine Familie zu sein und sich selbst vor Armut und Diskriminierung zu schützen, die ihre Umgebung zunehmend prägen. Marie leitet die Messen in ihrer «Kirche der Beharrlichkeit» mit Inbrunst und steht kompromisslos für ihre Werte ein. Jolie setzt auf ihr Studium, um sich zu integrieren, während Naney plant, das Meer zu überqueren. Bei aller Solidarität treten ihre unterschiedlichen Ziele und Temperamente unter dem zunehmenden Druck von aussen deutlicher hervor und stellen das Zusammenleben auf die Probe. Doch Aufgeben ist keine Option.
In ihrem zweiten Spielfilm erzählt Regisseurin Erige Sehiri eine selten beleuchtete Geschichte: Im Mittelpunkt steht nicht die Flucht nach Europa, sondern das Leben afrikanischer Migrantinnen auf ihrem eigenen Kontinent. Sie zeigt Frauen zwischen Hoffnung und Ernüchterung, im zarten Abendlicht oder in eindrucksvollen Kontrastbildern, von ganz nah oder verloren unter dem weiten Himmel, der so viel verspricht. Die poetischen Momente im Alltag, gepaart mit der kraftvollen und authentischen Darstellung der Protagonistinnen, machen Promis le ciel zu einem Kinoerlebnis, das über das individuelle Schicksal seiner Heldinnen hinausgeht.
Festivals & Auszeichnungen
Cannes 2025: Un Certain Regard
Zurich Film Festival 2025
Film Festival Diritti Umani Lugano: Audience Award
Festival international du film de Marrakech: Étoile d'or et Prix d’interprétation féminine (Debora Lobe Naney)

Credits
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Zwischen zwei Welten
Erige Sehiris neuer Film «Promis le ciel» rückt Frauen ins Licht, die zwischen zwei Welten stehen: Sie kommen aus Ländern südlich der Sahara und leben in einer Gesellschaft, die sie abweist.
Erige Sehiri
Nach «Under the Fig Trees» setzt Erige Sehiri mit «Promis le ciel» ihre feinfühlige Erkundung der Realität fort, indem sie unsichtbaren Menschen in der Fiktion ein Gesicht gibt. Eine Begegnung mit der tunesischen Regisseurin.
Pressestimmen
«Engagiert, sinnlich und poetisch.» Die Wochenzeitung, Dominic Schmid
«Erige Sehiri gelingt es in ihrem Film eindrücklich, die Realitäten der Migration in ihrer ganzen Komplexität darzustellen.» Amnesty Magazin, Natalie Wenger
«Promis le ciel ist ein faszinierend warmherziger, ehrlicher Film mit einem unangestrengt einnehmenden weiblichen Zentrum. Erige Sehiri schafft hier politische und humanistische Aufklärung über Empathie mit Menschen, statt über das angestrengte Abarbeiten exemplarischer Fälle. Als Kinozuschauer bin ich für einmal zuerst mit dem Herzen dabei, ohne mich danach manipuliert zu fühlen.» Sennhausers Filmblog, Michael Sennhauser
«Un nouveau film lumineux de la Tunisienne Erige Sehiri, porté par des actrices magnétiques.» Le Quotidien jurassien, Vincent Adatte
«Das packende Spiel der Hauptdarstellerinnen, die farbenfrohen Aufnahmen und die gezeigte Resilienz der Figuren gehen nahe.» Phosphor Kultur, Michael Bohli
«Intimes Porträt über Grenzen, Sehnsucht und Unbequemes.» arttv, Madeleine Hirsiger
«La cinéaste ausculte une réalité très documentée, mais transcendée par une mise en scène lyrique et un symbolisme discret.» Le Courrier, Mathieu Loewer
«Wie ein Herzschlag zieht sich Musik durch den Film – rhythmisch, lebendig, modern, mit elektronischen Rock- und afrikanischen Einflüssen. Sie reflektiert die Stärke der Frauen, ohne melodramatisch zu wirken.» Pfarrblatt Bern, Sarah Stutte
«Il y a des scènes absolument lumineuses dans ce film-là. On sent la maestria de la réalisatrice.» RTS Un, 12h45, Fifi
«Une œuvre chorale déchirante sur un sujet méconnu.» s2pmag, Alexia Cerutti
«Ein erneut immersives Werk, das sich ins Herz einer Frauengemeinschaft nistet.» Seniorweb, Hanspeter Stalder
«La jonction parfaite entre réalisme documentaire et lyrisme fictionnel.» RTS La Première, Vertigo, Rafael Wolf
«Le récit, ample et généreux, ne se limite pas à la seule question des migrations et de la xénophobie. Il interroge également les limites de la solidarité en temps de crise.» j:mag, Malik Berkati
«Une nouvelle structure chorale pour raconter une histoire de sororité au sein de la communauté subsaharienne de Tunis.» Le Temps, Stéphane Gobbo
«Un film lumineux, porté par trois actrices épatantes.» Abus de ciné
«La cinéaste offre une sublime partition à Aïssa Maïga, touchante à souhait dans la peau de Marie, et fait découvrir le talent brut de Deborah Lobe Naney, dont la performance semble inspirée d’une histoire vécue.» France Info
«The leads all make their characters vivid and real, and Sehiri directs with a refreshing absence of the melodramatics.» RogerEbert
«A bittersweet celebration of endurance and sacrifice with notable newcomer Debora Lobe Naney giving a winning performance as a vibrant spirit, determined to survive everything that life throws at her.» Screen International
«Aïssa Maïga est touchante à souhait dans la peau de Marie.» France Info



